Gästebuch, Dezember 2011


Hallo Herr Vo Hoang,

 

vielen Dank noch einmal für die kurzfristige Planung und Buchung.

Es hat alles sehr gut geklappt und ich habe die ganze Tour genossen!

 

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Hanoi im Norden ist ein guter Ausgangspunkt für die unterschiedlichsten Touren.

Aber der erste Tag begann mit der obligatorischen Stadtführung: Ho Chi Minh Mausoleum (war aber gerade in Russland zum Auffrischen), Katholische Kirche im gotischen Stil, Literatur-Tempel und dem Besuch der Wasser-Puppen-Show. Von allem wird mir wohl aber das Überqueren der Straßen unter Lebensgefahr am längsten in Erinnerung bleiben: selbst meine Erfahrungen aus dem chinesischen Straßenverkehr halfen nur bedingt! Es gibt einfach keine Lücken im dichten Moped-Verkehr und am Ende war meine leuchtend rote Regenjacke wohl die beste Lebensversicherung. Vielleicht sind das aber einfach auch nur die Ängste eines Ausländers…

 

Autos gibt es (noch) wenige und die Inflation ist rasend schnell. Von daher war es gut, daß ich auch genügend US-Dollar in kleinen Scheinen bei mir hatte.

Denn 1.000.000 Vietnamesische Dong sind gerade mal 40 EUR und man verliert ob der vielen Nullen schnell den Überblick.

Auffallende sind die vielen Kinder: zwar „darf“ man hier nur 2 haben, aber trotzdem platzen die Schulen aus allen Nähten: es gibt einen Durchgang am Vormittag und einen am Nachmittag – also 2 Schichten.

Die Architektur ist geprägt von über 150 Jahren französischer Besatzung – man findet also auch zahlreiche Prunkbauten und Villen im europäischen Stil…

 

Ein Abstecher führte mich via Nachtzug in das Gebiet um Sapa – auf ca. 1.800 m Höhe finden sich hier fruchtbare Reis-Terrassen, die jedoch mühevoll in Handarbeit und nur mit Wasserbüffeln als „Maschinen“ zu bewirtschaften sind. Die Familien sind wirklich arm und ich weiß nicht, ob ein Vergleich mit Deutschland um 1900 nicht arg hinkt. Auf jeden Fall schlief ich auf einer Bastmatte auf dem gestampften Lehmboden, um mich herum die rauchgeschwängerte Luft vom offenen Feuer (ohne Abzug). Aber der Tourismus wächst mit zweistelligen Zahlen und so sieht man mehr und mehr (neugebaute) Quartiere mit fließendem (Zisternen-)Wasser in sauberem Zustand.

Ich war per Boot und zu Fuß in dieser wunderbaren Landschaft unterwegs und konnte auch einen echten Bauernmarkt mit mir als einzigen Ausländer erleben.

Es hat in dieser Zeit ziemlich viel geregnet (Auswirkungen des Taifuns) und so waren die Füße im stetigen Kontakt mit dem roten, fruchtbaren Boden. Ich hatte nur Sandalen an und kurze Hosen an den Beinen – im Gegensatz zu den hochgerüsteten Touristen auf den Hauptwegen. Anfangs sahen sie mich eher mitleidig an; aber wer das erste Mal bis über die Knöchel versunken war verliert sehr schnell den Spaß an den Gore-Tex Hightech Schuhen. Aber gut: der nächste Wasserlauf über den Pfad ist auch nicht nur 10 cm tief und so werden die Schuhe auch wieder innen sauber. Mir hat es diebische Freude gemacht, meinen Guide aus der Puste zu bringen und möglichst viel zu sehen. Er war sicher froh, als er mich nach 4 Tagen wieder zum Zug bringen konnte…

 

Ein weiterer Höhepunkt ist die Ha Long Bucht, zirka 3 Bus-Stunden von Hanoi entfernt. Ich habe dort auf einem Hotelboot übernachtet und den wunderbaren Anblick der unterschiedlichen Felsformationen angesehen. Einige Höhlen und Buchten konnten wir auch mit dem Kajak erforschen. Auch bei fehlendem Sonnenschein und schlechter Sicht war es phantastisch, da sich ständig neue Blickachsen ergeben und z.B. auch ein Ausflug in eine Tropfsteinhöhle mit auf dem Programm stand. Nicht zu vergessen die luxuriösen Mehrgang-Menüs auf dem Schiff. Vor allem war aber Zeit, sich über die unterschiedlichen Erlebnisse mit den anderen auszutauschen…

Zurück in Hanoi ging es dann am 9. Tag zum Flughafen – Richtung Ho Chi Minh Stadt im Süden…

 

da war ich dann also:
im Gegensatz zu Hanoi als Hauptstadt ist Ho Chi Minh Stadt (oder auch Saigon) die Hauptstadt des Business.
Gleich geblieben waren nur der Verkehr und die Luftverschmutzung. Und natürlich die vielen Menschen.
Im Laufe der Stadtführung erlebt man dann noch einmal die vielen Gesichter des Vietnam-Krieges und muß schon manchmal tief durchatmen.
Beeindruckend waren auch die (bis zu 3 Etagen = 10m tiefen) Tunnel, die während des Krieges benutzt wurden.
Speziell für Touristen gibt es auch einen "Erlebnispark": hier kann man in einem geräumigeren Tunnel im Entengang watscheln.
Ab und an gibt es auch eine Funzel und zum Glück keine Verzweigungen. Ich war laut meinem Reiseführer einer der wenigen, die die gesamten 100 m durchgestanden haben.
Und das kam mir alles verdammt eng vor (im Gegensatz zum Foto) und ich war dann auch gut geschwitzt.
Aber immerhin war ich der einzige, der den Eingang in Originalgröße ohne Steckenbleiben absolvierte: Die anwesenden Amerikaner haben lieber die Fotos von mir gemacht...

In Saigon gibt es zahlreiche Prunkbauten, noch errichtet während der Kolonialzeit und gut hergerichtet bzw. erhalten!
Vieles spielt sich auf der Straße ab und so gewöhnt man sich dann im Laufe der Zeit an die nur 30 oder 40 cm hohen Hocker: man kann auf ihnen sitzen und den noch freien als Tisch benutzen. Bis abends herrscht hektischen Treiben und auch nach 22 Uhr gibt es eine stetig wachsende Kneipenmeile.

Richtig gefreut habe ich mich dann auf das Mekong Delta!
Ich hatte ein paar Tage Zeit und habe mich abseits der Touristenpfade bewegt: trotzdem war immer elektrischer Strom und Handyempfang vorhanden!
Mitten im Mangrovenwald und in einer der "Regenpausen": das habe ich wirklich genossen.
Letztendlich spürt man hier das stetige Atmen des Wassers (Ebbe/ Flute) und man hat gar keine andere Möglichkeit als alles provisorisch zu bauen. Nichts ist von Bestand und alles im stetigem Wandel. Das Essen ist frisch gekocht und der Abfall wird weggeschwemmt. Wohin auch immer.
Auf dem (Wasser-)Markt  sieht man alle Arten von Schiffen: sie dienen als einziges Zuhause meist für mehrere Generationen/ Verwandte.
Doch trotz des mühevollen Lebens auf diesem Fleckchen Erde sind die Menschen recht glücklich und nicht vom Geschäft getrieben wie ihre Landsleute in Saigon.
Die Natur bietet eine überwältigende Speisekammer und alles ist frisch: denn Aufheben kann man nichts. Selbst mein Papierbüchlein quoll mehr und mehr auf.
Ich habe wohl immer so 3 bis 4 Kokosnüsse pro Tag getrunken - sie sind frisch und keimfrei!
Im Delta leben offiziell 20 Millionen Menschen - also fast ein Viertel der Bevölkerung. Und ihre Zahl steigt: viele Vietnamesen kehren dem kargen Norden den Rücken und versuchen ihr Glück im Mekong Delta: schwer arbeiten müssen sie überall; aber im Süden kann man 3x pro Jahr ernten und das Nahrungsangebot ist reichhaltiger.

Dann kam unweigerlich das Ende - nach 16 Tagen voller Erlebnisse freute ich mich schon wieder auf das deutlich kühlere Shenzhen.
Und es war wirklich kühl: gleich am ersten Tag streikte der Gasboiler - also gab es morgens eine kalte Dusche...

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